Vegan werden: 7 Dinge, die sich geändert haben

Vegan werden: 7 Dinge, die sich geändert haben

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Vegan werden. Für mich vor etwas mehr als 3 Jahren noch befremdlich, heute Alltag. Ich will 7 Dinge, die sich geändert haben seit ich vegan bin mit dir teilen. Warum 7? Die Zahl hat so was magisches 😉 Let’s go.

1. Meine Verdauung

Ich hab ja schon oft darüber gesprochen (z.B. hier, hier und hier) und sogar ein Buch darüber geschrieben (das erscheint übrigens 2017 komplett neu). Aber ich muss es immer wieder sagen: Meine Verdauung ist so gut wie nie.

Und ich hatte wirklich extreme Probleme. Blähungen, die so lästig und übelriechend waren, dass ich kaum mehr aus dem Haus wollte (sic!). Nach meiner Umstellung auf die vegane Ernährung, wurde es zunächst nochmal ein Stückchen schlimmer (ich vermute wegen dem Plus an Ballaststoffen, zuvor gab’s Low Carb). Doch nach einer Eingewöhnungszeit und diversen Maßnahmen, geht es mir heute besser als je zuvor.

Klar ist, dass pflanzliche Lebensmittel zumindest mal nicht faulen. Nehmen wir Fleisch als Beispiel. Was ist Fleisch? ‚Ne Leiche. Was tun Leichen? Verwesen. Natürlich hemmen Verarbeitung und Garen diese Verwesung, stoppen können wir sie jedoch nicht. In unserem Verdauungstrakt fault das Fleisch nun munter vor sich hin und sorgt für den typischen Pupsgeruch.

Die Ernährungsumstellung auf eine vollwertige pflanzliche Kost hat mir definitiv geholfen. Heute kann ich – im Gegensatz zu früher – frei nach Schnauze kreuz und quer essen. Ohne Blähungen.

2. Tellerrand erweitert

Vegan werden – Freiheit

Vegan werden nach 20 Jahren normaler Ernährung? Es hat meinen Tellerrand enorm erweitert. Dass ich nun freiwillig auf Eier, Fleisch, Honig und Milchprodukte verzichte, bedeutet aber auch eine massive Erweiterung meines Tellerrands. Sprichwörtlich.

Ich habe so viele Lebensmittel neu oder wieder entdeckt. Es ist eine wahre Freude heute durch den Supermarkt oder Bioladen zu streifen und auf Beutejagd zu gehen. Pflanzliche Beute versteht sich. Was ich neu oder wiederentdeckt habe? Hier ein kleiner Auszug:

  • Quinoa, Amaranth, Hirse und andere Pseudocerealien
  • Chia- und Hanfsamen
  • Erbsen und Artischocken
  • Pflanzendrinks aus Soja, Mandeln, Kokos, Reis und Co
  • Kokosmehl und Buchweizenmehl

 

3. 15 kg zugenommen

Für viele der blanke Horror. Für mich ein Segen. Nachdem ich eine zeitlang mit meinen 56 kg durch das Leben geschlichen bin, voller Selbstzweifel, kränklich und bleich, strotze ich heute vor Selbstbewusstsein, Lebensfreude und Zuversicht.

Zunehmen mit veganer Ernährung geht nicht? Ich bin der lebende Beweis, dass es sehr wohl geht. Veganer sind alle magere Striche in der Landschaft? Von wegen. Meine besten Tipps zusammengefasst:

  • Flüssignahrung wie Smoothies und Säfte
  • Passendes Sportpensum (weniger ist mehr)
  • Ausgiebig regenerieren
  • Mindset anpassen
  • Kaloriendichte Lebensmittel bevorzugen


Wer es noch genauer mag, schaut in diesem Artikel oder bei Zunehmen mit Plan vorbei.

Nimmt man nach dem Vegan werden automatisch zu? Natürlich nicht. Entscheidend ist in erster Linie die Kalorienbilanz. Isst man mehr, als man verbraucht, nimmt man zu. Und umgekehrt. Mit veganer Ernährung fällt das Abnehmen sogar vergleichsweise leicht. Vorausgesetzt man ernährt sich vollwertig vegan, greift man dadurch auf überwiegend kalorienundichte Lebensmittel zurück.

4. Anämie (Blutarmut) besiegt

Bevor ich vegan wurde, war ich nicht nur dünn und von Blähungen geplagt, sondern hatte noch mit einer unerklärlichen Blutarmut zu kämpfen. Verschiedene Ärzte konnten sich die Anämie nicht erklären, sie nicht auf einen Eisenmangel o.ä. zurückführen und waren schlichtweg ratlos.

Wenige Monate nach der Umstellung auf Vegan ließ ich mein Blut erneut untersuchen. Die Blutarmut war verschwunden. Die Reaktion meines Arzt auf meine Ernährungsumstellung: Glaube versetzt Berge. Damit kann ich gut leben.

5. Achtung vor dem Leben

Vegan werden – Lebewesen, Tiere

Seit ich vegan lebe, achte ich das Leben mehr denn je. Ich sehe Lebewesen mit anderen Augen. Ohne ins Esoterische abzudriften, kann ich von mir sagen, dass meine Empathie nochmal durch die Decke geschossen ist.

Wenn ich beim Spazieren Kühe, Hühner oder Bienen sehe, sehe ich diese mit anderen Augen. Es ist schwer zu beschreiben, aber vielleicht weißt du ja was ich meine?

6. Agression adé

Ich war nie wirklich super aggressiv, konnte aber durchaus ganz schön aus der Haut fahren. Obwohl mein Testosteron seit der Umstellung auf Vegan gepaart mit Paranüssen, gesättigten Fettsäuren und Kraftsport schön angestiegen ist, bin ich entspannter.

Es muss schon richtig was schief gehen, um mich aus der Fassung zu bringen. Und das ist auch gut so. Der Beziehung zu Laura tut das auch unheimlich gut. Die wird ohnehin täglich besser. Und das nach fast 7 Jahren.

7. Mehr Selbstbewusstsein

Die zu Beginn häufigen Diskussionen mit Andersdenkenden und auf den Schlips getretenen stärkten mein Selbstbewusstsein. Die Umstellung auf Vegan führte dazu, dass ich mich intensiv mit Ernährung, Gesundheit und Fitness auseinandersetze, inzwischen im 5. Semester Ökotrophologie studiere und mich doch ganz gut in der Materie auskenne 😉

Dieses Selbstbewusstsein ist der Grund, warum ich inzwischen ganz entspannt in jede schwierige Unterhaltung gehen kann. Verbunden mit dem Sport und dem insgesamt gesteigerten Wohlbefinden, bin ich so selbstbewusst wie nie. Nicht zu verwechseln mit Arroganz oder Überheblichkeit. Einfach selbstbewusst.

Fazit: Wieder vegan werden?

Gibt’s denn nichts, was sich zum Negativen verändert hat? Nö. Sorry, falls ich dich enttäusche, aber mir geht es rundum bestens. Der Schritt zu veganen Ernährung und Lebensweise war sicherlich einer der besten in meinem bisherigen Leben.

Wie geht es dir? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Du kannst auch gerne negative Erfahrungen mit den Lesern und mir teilen. Ich freue mich auf deinen Kommentar 🙂

Bis bald,
dein Jan


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Semper Veganis
semperveganis@gmail.com

Hey! Wir sind Laura & Jan, seit 2009 ein Paar, studieren Ökotrophologie und ernähren uns seit 2013 vegan.

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