Kaffeepause auf Kaffee Entzug: Von 4 auf 0 Tassen

Kaffeepause, Koffeinentzug, Kaffe absetzen

Kaffeepause auf Kaffee Entzug: Von 4 auf 0 Tassen

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(Ein Update zum Beitrag, gibt’s auf Jans Blog)

Kaffeepause. Nicht mit Kuchen, Smalltalk und Sahnehäubchen. Nein, eine Kaffeepause ohne Kaffee – ja ohne Koffein. Kein Schwarztee, kein Grüntee, keine Cola. Nichts. Und das für mich als bekennenden Kaffeefan? „Warum tu ich mir den Scheiß an?“, sinniere ich an Tag 3, während ich ebendiese Frage in mein Tagebuch schreibe.

Dieser Blogartikel ist Memo an mich selbst und Erfahrungsbericht für dich in einem. Ich will die ersten 7 Tage meiner Kaffeepause stichpunktartig dokumentieren, um dir zu zeigen, wie es mir erging. Und ich will bei meiner nächsten planmäßigen Koffeinabstinenz in ein paar Monaten ein Mutmach-Memo haben, das mir zeigt: Nach ein paar Tagen Entzugskoma geht’s bergauf.

Tag 1

☕️ Der Start in den Tag fällt mir überraschend leicht
☕️ Weder Kopfweh noch sonstige Probleme
☕️ Auch am Nachmittag kein Verlangen nach Koffein

Tag 2

☕️ Ich starre von meinem Bügelbrett-Stehschreibtisch aus alle 2 Minuten auf die Kaffeemaschine
☕️ Am Mittag schlägt ein Tief ein, wie ich es schon ewig nicht mehr hatte
☕️ Permanenter Gedanke: „Mit Kaffee wärst du leistungsfähiger.“

Tag 3

☕️ Schlimmster Morgen ever
☕️ Nebelschwaden ziehen durch mein Hirn
☕️ Launisch 

Tag 4

☕️ Immer noch leichte Kopfschmerzen gleich am Morgen
☕️ Tagsüber nach wie vor Nebelschwaden im Hirn

Tag 5

☕️ Besserung ist in Sicht
☕️ Der erste Morgen ohne Lust auf Kaffee

Tag 6

☕️ Seit Absetzen das erste Mal ohne Kopfschmerzen
☕️ Nachmittags wieder das Bedürfnis nach Koffein

Tag 7

☕️ Keine Kopfschmerzen
☕️ Keine Lust auf Kaffee/Koffein
☕️ Leistungsfähigkeit wieder da
☕️ Nicht mehr gestresst wegen Kaffeeentzug

Warum ich die Kaffeepause gemacht hab

Ich bin nicht sonderlich gut darin, Dinge maßvoll zu tun. Ich bin eher so der Nullen-und-Einsen-Typ. Ich arbeite entweder mit 200% oder mach ’nen Entspannten. Entweder ich bin 4–6 Mal pro Woche sportlich aktiv oder lass‘ es mal eine Woche komplett ruhig angehen. So ist es auch beim Kaffee. Da ich mich und meine Eigenheiten kenne, halte ich es für sinnvoller alle paar Monate eine Kaffeepause zu machen.

Ausschlaggebend für die Entscheidung, dass es mal wieder soweit ist, sind:

  • Selbst 4 Tassen Kaffee bringen nichts mehr
  • Ich fühle mich trotz Koffein abgeschlagen und müde
  • Ich habe Probleme gut durchzuschlafen
  • Das Einschlafen fällt mir ungewohnt schwer
  • Ich verspüre den „Drang“ meinen Körper zu schonen
  • Eine stressige Phase ist vorüber (Lernphase, Deadlines, Arbeit etc.)


Beobachte ich diese Dinge, ist es Zeit für meine geplante Entkoffeinierungs-Kur. Bevor es mit dem 100%igen Entzug losgeht, verfahre ich inzwischen nach folgendem Schema:

Phase 1: Von 4 auf 1 (2–3 Tage)

In dieser ersten Phase fahre ich meinen Kaffeekonsum auf ein absolutes Minimum. Heißt für mich: 1 Tasse am Morgen. Das war’s.

Phase 2: Grün- und Schwarztee (2–3 Tage)

In Phase 2 geht’s ran an den Wasserkocher. Da das Koffein-Hoch von Grün- und Schwarztee anders und zu Teilen deutlich weniger intensiv ist, tausche ich Böhnchen gegen Teebeutel. Ich trinke in dieser Phase etwa 1–2 Tassen koffeinhaltigen Tee pro Tag.

Phase 3: Es wird ernst

Während Phase 1 und 2 weihe ich Laura in meine Pläne ein, damit sie keinen Schock bekommt, wenn ich an Tag 1 des Kaffee Entzugs launisch werde. Zusätzlich mache ich mir klar, dass ich mich in den kommenden Tagen so schlecht fühlen werde wie kalter Kaffee schmeckt. Aber ich führe mir auch vor Augen, dass es vorüber gehen wird.

Fazit nach 2 Wochen

Nach zwei Wochen Kaffeepause stelle ich beruhigt fest: Ich bin nach wie vor leistungsfähig, kann konzentriert arbeiten und spüre wieder die natürlichen Aufs und Abs des menschlichen Seins. Was mir jetzt fehlt, ist nicht mehr die berauschende Wirkung des Koffeins. Es ist das Aroma. Das ritualisierte Zubereiten, gepaart mit der Vorfreude auf das heiße Gebräu aus gerösteten Bohnen.

Und ich weiß: In ein paar Wochen werde ich wieder Kaffee trinken und einen Effekt spüren. Der Effekt wird mir gefallen und ich werde irgendwann das Gefühl haben, ohne diesen Effekt nur auf Sparflamme zu funktionieren. Und dann werde ich mir diesen Beitrag ansehen und feststellen: Es geht auch ohne. Zumindest für ein paar Wöchelchen. Denn ich liebe Kaffee viel zu sehr, als dass ich für immer darauf verzichten wollen würde.

Wie ist das bei dir? Machst du auch regelmäßige Kaffeepausen, bist du 24/7 dabei oder bist du überhaupt kein Kaffeetrinker? Schreib es in die Kommentare 🙂

Bis bald,
Jan


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Jan Rein
jan.rein2711@gmail.com

Liebt Laura's Essen, ist durch seine Probleme mit Blähungen zum Verdauungsexperten mutiert und Autor von "Das Pups-Tabu".

6 Kommentare
  • Sabrina
    Posted at 13:19h, 16 Mai Antworten

    Hey ihr Lieben,

    das ist ja mal ein interessanter Post!
    Genau so erging es mir mit dem Pepsientzug. Nach Tag 3 wurde ich immer wieder „rückfällig“ weil ich so starke Kopfschmerzen bekommen habe und immer launischer wurde. Blöder Teufelskreis! Aber auch ich habe erlebt, dass es nach der ersten Woche keine große Kunst mehr ist, standhaft zu bleiben.
    Mittlerweile trinke ich vielleicht jede Woche ca. 2 1,5 Liter Flaschen. Früher waren es fast 2 täglich.

    Sonnige Grüße,

    Sabrina

    • Jan Rein
      Posted at 15:14h, 16 Mai Antworten

      Hallo Sabrina,

      vielen Dank für deinen Pepsi-Erfahrungsbericht – super interessant! Zumal mein bester Kumpel früher „Cola-süchtig“ war und täglich rund 2 Liter getrunken hat. Inzwischen ist er „clean“ und trinkt es nur noch selten. Aber super, dass du die Gewohnheit ablegen konntest 🙂

      Geht’s dir denn ansonsten besser ohne?

      Liebe Grüße
      Jan

  • Nash
    Posted at 20:51h, 23 Mai Antworten

    Hallo Jan, ich fand deinen Artikel hier wirklich gut. Vor allem weil du genau dieselbe Sichtweise und das etwas zwiespältige Verhältnis zum Kaffee zu haben scheinst wie ich. Ich merke auch hin und wieder das der Kaffee mittlerweile null Wirkung bei mir hat, ich müde und ausgelaugt und trotzdem nervös vom Koffein bin. Andererseits liebe ich den Geruch und Geschmack von frischem Kaffee viel zu sehr um es dauerhaft sein zu lassen. Auch wenn ich denke das gelegentliche Auszeiten gesund und richtig wären!
    Jedesmal wenn ich einen Versuch unternommen habe aufzuhören kam die Quittung in Form von fiesen Kopfschmerzen und bleierner Müdigkeit, einmal hat der Versuch glaube ich, sogar einen kleinen Migräneschub ausgelöst, jedenfalls fühlte es sich genau so an wie beschrieben, ich bin sonst eigentlich kein Migränepatient!

    Jedenfalls wollte ich noch eine Absetzmethode beisteuern, die ich mir selbst überlegt habe:
    Ich nenne sie die Austauschmethode, und zwar geht es ganz einfach so das man nach und nach immer mehr koffeinhaltigen Kaffee durch Koffeinfreien ersetzt, und zwar fängt man bei der letzten Tasse des Tages an. Also wenn ich für gewöhnlich meinen letzten Kaffee um 17 Uhr trinke, ersetze ich den durch einen Koffeinfreien, ein paar Tage später, ich habe mir so 3 Tage gedacht, den nächsten, Beispielsweise die Tasse die ich üblicherweise um 16 Uhr trinke, und so weiter. Ich würde nicht zu lange mit dem absetzen herummachen, weil es sonst zu zäh und mühsam wird. Drei tage pro Tasse sollten reichen. Der Clou bei dieser Methode ist auch dasselbst Koffeinfreier Kaffee noch ca. 5mg Kaffe pro Tasse enthält ( gegenüber 80-100mg bei normalem Kaffee). Aber ich habe die Erfahrung gemacht das dass bisschen ausreicht um vor entzugserscheinungen zu bewahren.

    So und wenn ihr euch bereit dazu fühlt reduziert ihr den Koffeinfreien Kaffee auch im drei Tagesrythmus bis ihr „Clean“ seid 😉
    So habe ich das letzte mal Kopfschmerzen und Müdigkeit verhindert und es hat alles in allem nur zwei Wochen gedauert!

    • Jan Rein
      Posted at 15:20h, 24 Mai Antworten

      Hey Nash,

      lieben Dank für deinen Kommentar! Das klingt ja wirklich spannend und super, dass du deine erprobte Methode hier teilst. Wenn ich meine nächste „Entzugskur“ mache, werde ich auf jeden Fall deine Vorgehensweise testen und ggf. hier wieder ein Update schreiben.

      Liebe Grüße
      Jan

  • Stephanie
    Posted at 12:05h, 19 Juni Antworten

    Schöner Bericht, toll geschrieben. Ich habe vor meinen drei tägigen Saftfasten angefangen auf Kaffee zu verzichten. Ist mir sehr leicht gefallen, aber jetzt trinke ich das leckere Getränk wieder, denn es schmeckt mir einfach so gut

    • Jan Rein
      Posted at 15:45h, 19 Juni Antworten

      Hey Stephanie,
      vielen Dank für dein Lob 🙂
      Ist doch super, wenn es dir so leicht fiel. Und Kaffee ist auch einfach zu lecker, um ihn gar nicht mehr zu trinken. Aber ab und zu tut so eine Pause schon sehr gut.
      Liebe Grüße,
      Jan

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